Im Gegenteil. Das, was wir in diesen Wochen über die Princess Sophie gelernt haben, hätte man sich im Hafen niemals aneignen können – selbst mit bestem Support der Voreigner, denen hier wirklich ein großes Dankeschön gebührt. Immer erreichbar, immer ein offenes Ohr, immer schnelle und kompetente Hilfe. Aber echtes Verständnis entsteht eben nicht zwischen Steg und Landstromanschluss, sondern draußen, wenn Dinge passieren, wenn Systeme plötzlich ihren eigenen Kopf entwickeln und wenn Entscheidungen nicht theoretisch, sondern ganz praktisch getroffen werden müssen. Und genau darin lag die Stärke dieser Reise: Mit den richtigen Menschen an Bord wurde jedes Problem nicht zum Hindernis, sondern zur Aufgabe – und immer auch zur Lösung.
Zahlen, die erst beim zweiten Blick erzählen
Auf dem Papier sind es 3.253 Seemeilen, also etwas über 6.000 Kilometer, von Neustadt in Holstein bis nach Milazzo auf Sizilien. Zahlen, die sich nüchtern lesen – bis man beginnt, sie mit Erlebnissen zu füllen. Das längste Etmal lag bei 142 Seemeilen, das kürzeste bei 92,5 – Tage, die sich völlig unterschiedlich anfühlten und doch alle Teil einer Reise waren. Die schnellste gemessene Geschwindigkeit über Grund war 13,5 Knoten. (Das fühlt sich nicht nur schnell an!)
81 Tage und Nächte waren wir unterwegs. 81 Mal ging die Sonne auf, 81 Mal wieder unter. Davon 49 Tage auf See, der Rest in Häfen – Pausen, die manchmal nötig waren und manchmal fast zu kurz erschienen. Im Schnitt 66 Seemeilen pro Tag, mehr als ursprünglich geplant. Wir haben den Nullmeridian zweimal gekreuzt, acht Länder besucht, sieben Gastlands-Flaggen gesetzt und zehn verschiedene Crewmitglieder an Bord gehabt. Manche nur für ein paar Tage, einer für die gesamte Reise: Jürgen.
Dazu kommen 3.120 Liter Diesel, etwa 1.250 Seemeilen unter Motor, und 7.300 Liter Frischwasser. Zwei Vollmond- und Neumondphasen, eine Sonnenfinsternis – und fast jede Nacht ein Sternenhimmel, der einen daran erinnert, wie viel größer das alles eigentlich ist.


