„Mich interessiert nicht die Reise. Mich interessiert, was sie verändert.“
Ralf Schöllkopf

Über mich
Geboren 1970 in der Schweiz, entdeckte ich mit Anfang 30 das Segeln und fand sehr schnell eine Leidenschaft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Seit 1998 arbeite ich als freischaffender Architekt in Berlin.
Das Reisen, auch auf See, hat mich immer fasziniert. Im Laufe der Zeit habe ich neben dem SBF See und Binnen auch den SKS und den SSS, sämtliche Funkzeugnisse sowie den FKN (Pyroschein) erworben. In den nächsten Jahren möchte ich noch den SHS und/oder den englischen Yachtmaster erwerben.
Heute – im Spätsommer 2026 – blicke ich auf rund 30 000 Seemeilen zurück – und es sollen noch viele dazukommen. Die Entscheidung, die Princess Sophie als neue Heimat und neue Möglichkeit in mein Leben zu holen, traf ich aus einem tiefen Bedürfnis nach Freiheit und Verantwortung.
Die Princess Sophie ist Ausdruck einer Verbundenheit – mit dem Meer, dem Handwerk und der Freiheit des Segelns.
Was mich antreibt
Es gibt Momente im Leben, in denen sich etwas verschiebt. Nicht laut, nicht spektakulär – sondern eher leise, fast unmerklich. Und doch spürt man danach, dass man die Dinge anders sieht. Für mich waren es immer wieder diese Momente auf dem Meer.
Draußen, fern von gewohnten Strukturen, wird vieles klarer. Entscheidungen lassen sich nicht aufschieben, Verantwortung nicht delegieren. Das Wesentliche tritt hervor – und gleichzeitig verschwindet vieles von dem, was im Alltag oft unnötig komplex erscheint. Man ist konfrontiert mit den Elementen, aber auch mit sich selbst. Diese Erfahrung hat mich über viele Jahre geprägt.
Mit der Princess Sophie ist daraus ein Ort entstanden, der genau diesen Raum zugänglich macht. Ein Raum, der nicht inszeniert ist, sondern sich aus der Situation heraus entwickelt. Aus Wind, Wetter, Bewegung – und aus dem Zusammenspiel der Menschen an Bord. Es geht dabei nicht um ein klassisches Reiseerlebnis. Nicht um Komfort im üblichen Sinne, und auch nicht um das bloße Zurücklegen von Strecken. Es geht um Präsenz. Um Klarheit. Und um Begegnung – mit sich selbst und mit anderen.
Gleichzeitig ist in mir über die Zeit eine Frage gewachsen, die sich nicht mehr ignorieren ließ: Was bedeutet dieser Raum für Menschen, die ihn nicht selbstverständlich erreichen können? Für junge Menschen, die ohne stabile Orientierung aufwachsen, die wenig Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten haben oder nie die Erfahrung gemacht haben, dass ihr Handeln wirklich einen Unterschied macht. Gerade für sie kann ein solcher Ort entscheidend sein.
Aus dieser Überzeugung heraus entsteht die Koradi Stiftung. Sie ist der Versuch, diesen Raum zu öffnen. Ihn zugänglich zu machen für junge Menschen, die sonst keinen Zugang dazu hätten. Nicht als Gäste, sondern als Teil einer Crew. Mit Verantwortung. Mit echten Aufgaben. Und mit der Erfahrung, dass sie gebraucht werden.
Ich glaube nicht daran, dass nachhaltige Veränderung durch Konzepte oder Erklärungen entsteht. Sie entsteht in Situationen, in denen man sich selbst neu erlebt. In Momenten, in denen etwas gelingt, das man sich vorher nicht zugetraut hätte. Oder in denen man erkennt, dass man auch mit Unsicherheit umgehen kann – und trotzdem weitergeht.
Wenn ein junger Mensch nach einer solchen Erfahrung beginnt, sich selbst anders zu sehen, Vertrauen zu entwickeln und eine neue Perspektive auf das eigene Leben gewinnt, dann ist das mehr als ein schöner Moment. Dann ist es ein Anfang.
Und wenn die Princess Sophie dazu beitragen kann, solche Anfänge möglich zu machen, dann erfüllt sie einen Zweck, der weit über das Segeln hinausgeht. Und genau darin liegt für mich ihre eigentliche Bedeutung.